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Strand- und Badeunfälle beim Hund
27.05.2018 14:12

Strand- und Badeunfälle beim Hund

Erste Hilfe bei Strand- und Badeunfällen

Endlich Sommer- Zeit für den Badesee oder das Meer. Wie wir Menschen verbringen auch unsere Hunde im Sommer gerne Zeit am und im Wasser. Doch auch im Uferbereich und im Gewässer lauern einige Gefahren.

Damit der Ausflug nicht mit bösen Folgen für Ihren Hund endet, haben wir einige Verhaltenstipps zur Prävention und Erste Hilfe-Maßnahmen für den Fall der Fälle zusammengestellt.

Im Beitrag werden wir folgende Notfälle beleuchten: (Beinahe-)Ertrinken, Verletzungen, Verbrennungen, Sonnenstich und Hitzschlag.

Beinahe-Ertrinken

Sprung ins Ungewisse- Beinahe-Ertrinken beim Hund

Ursachen und Prävention des (Beinahe-) Ertrinkens

Auch wenn es uns nur schwer begreiflich ist - auch ein gut schwimmender Hund kann ertrinken. Sei es, weil er durch starke Strömung abgetrieben wird und beim Entgegenschwimmen zu stark erschöpft oder mit dem Halsband in Ästen oder an Uferbefestigungen hängen bleibt.

Um Notfälle zu verhindern einige Tipps zur Prävention:

Eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen ist, dass das Halsband und ggf. Zeckenbänder, Halstücher oder Schmuckkettchen vor dem Schwimmen gehen ausgezogen werden!

Prüfen Sie bevor Sie ihren Hund schwimmen lassen, ob das Gewässer Untiefen, starke Strömung oder Verwirbelungen aufweist. Auch Böschungen, Kanalwände, Metallteile, rutschige Steine und Treibholz im Uferbereich können zum Ertrinken führen, da sie dem Hund ein Verlassen des Wassers unmöglich machen.

Meiden Sie diese Stellen und suchen Sie einen hundefreundlichen Badeplatz.

Rettung aus dem Wasser

Sollte es zum Beinahe-Ertrinken kommen, bewahren Sie Ruhe. Sichern Sie sich selbst z.B. mittels der Hundeleine, vor sie ins Wasser gehen und rufen Sie um Hilfe. Achten Sie auf ihren eigenen Schutz und reden Sie beruhigend auf den Hund ein. Panik überträgt sich auf den Hund und verschlimmert die Situation!!! Nutzen Sie lange Äste oder Kleidungsstücke, an denen sich der Hund halten oder festbeißen kann. Sind Rettungsgeräte, zum Beispiel eine Rettungsstange oder ein Rettungsring in der Nähe, zum Beispiel an Stauanlagen oder Teichen, können diese ebenfalls eingesetzt werden.

Versuchen Sie sich dem Hund nur von hinten zu nähern. In seiner Panik wird er versuchen, sein Untergehen durch festbeißen, notfalls auch an Ihnen, zu verhindern.

Erste Hilfe-Maßnahmen nach dem Beinahe-Ertrinken

Sobald Sie den Hund aus dem Wasser gerettet haben, prüfen Sie ob er reagiert. Ist der Hund bewusstlos, sorgen sie für eine Kopftieflage und schwenken Sie ihn vorsichtig an den Hinterläufen, damit eingeatmetes Wasser aus den Atemwegen herausfließen kann. Bei schweren und großen Hunden können Sie den Hund auch über ihr angestelltes Knie legen, so dass der Vorderkörper nach unten hängt. Sie können sich auch eine Böschung zu Nutze machen und den Hund Kopf bergab lagern.

Prüfen Sie die Atmung des Hundes – beugen Sie den Kopf nackenwärts und ziehen Sie die Zunge aus dem Fang- sehen, hören und fühlen Sie, dass der Hund atmet?

Atmung vorhanden: Legen Sie ihren Hund auf seine rechte Körperseite, neigen Sie den Kopf nach hinten und ziehen Sie die Zunge vorsichtig aus dem Fang. Decken Sie den nassen Hund zu, da dieser schnell auskühlt und unterkühlen würde. Idealerweise bringen Sie ihn an einen warmen und zugluftfreien Ort.

Keine Atmung vorhanden: Beginnen Sie umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung!

Führen Sie abwechselnd 15 Herzmassagen und zwei Mund-zu-Nase-Beatmungen durch.

Sobald ihre Maßnahmen erfolgreich sind informieren Sie einen Tierarzt und bringen Sie den Hund schnellst möglich in die Praxis oder Tierklink.

Verletzungen

Vor allem im Uferbereich bleibt oft Unrat liegen, der zu Verletzungen des Hundes, insbesondere an den Pfoten führen kann. Treibholz, Metallteile, Angelhaken und vieles mehr spült das Wasser an Land.

Wichtigste Grundregel ist, dass feststeckende Fremdkörper nicht entfernt werden dürfen.

Umpolstern Sie diese mit Verbandmaterial oder, falls Sie nichts anderes zur Hand haben, mit Strandtüchern oder Kleidung. Suchen Sie einen Tierarzt zur sachgerechten Entfernung des Fremdkörpers auf. Sollte ein Transport auf Grund der Größe des Fremdkörpers nicht möglich sein, versuchen Sie diesen vorsichtig entsprechend zu kürzen, rufen Sie notfalls die Feuerwehr hinzu. Ein Entfernen kann die Wunde deutlich vergrößern und lebensgefährliche Blutungen zur Folge haben.

Verbrennungen

Durch heißen Sand kann sich ihr Vierbeiner Verbrennungen an den Pfoten zuziehen. Prüfen Sie daher selbst vorsichtig die Temperatur des Sandes. Tritt der Hund in flüssige Öl- oder Teerklümpchen sollten diese schnellstmöglich abgekühlt werden. Kleben diese lose im Fell, aber nicht an der Haut, schneiden Sie das Fell vorsichtig aus um Druckstellen zu vermeiden. Kühlen Sie die betroffenen Hautstellen mit handwarmem Wasser und decken Sie die Verbrennung locker steril ab. Sollten sich Brandblasen bilden oder sich das Gewebe entzünden, erkennbar an Schwellungen und Schmerzen beim Auftreten, suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt auf.

Sonnenstich

Ursachen und Prävention

Die Reflexion der Sonnenstrahlen durch das Wasser kann, vor allem bei Hunden mit hellem oder sehr wenig Fell im Kopfbereich, zu einem Sonnenstich beitragen. Ein langer Spaziergang am sonnigen Strand, auch bei angenehmen Temperaturen kann ursächlich sein. Durch die Sonneneinstrahlung auf den Kopf des Hundes schwellen dessen Hirnhäute stark an. Schlimmstenfalls entwickelt sich ein lebensbedrohliches Hirnödem, bedingt durch die Flüssigkeitsansammlungen der Schwellung. Präventiv sollte ihr Liebling immer die Möglichkeit haben Schatten aufzusuchen. Binden Sie ihn daher niemals in der Sonne an, auch nicht für kurze Zeit! Gönnen Sie sich und ihrem Hund in der Mittagszeit Schatten und meiden Sie die pralle Sonne!

Erkennen eines Sonnenstiches und Erste Hilfe-Maßnahmen

Der Hund zeigt folgende Symptome: Wirkt ihr Liebling wirkt apathisch, hat er einen taumelnden Gang und erbricht er sich sind das häufig die Zeichen eines Sonnenstiches. Teilweise können die betroffenen Tiere den Kopf im Liegen nicht mehr anheben oder beim bei-Fuß-gehen nicht zu Ihnen hochschauen. Der Kopf des Tieres fühlt sich heiß an, eventuell sind auch die Schleimhäute im Fang stark gerötet.

Das sollten Sie tun: Kühlen Sie den Kopf- und Nackenbereich mit feuchten kühlen Tüchern und bringen Sie den Hund in den Schatten. Ein zu schnelles Abkühlen, zum Beispiel durch Übergießen mit kaltem Wasser, kann zu Herzproblemen und zur Bewusstlosigkeit führen und muss daher unbedingt vermieden werden. Falls der Hund nicht apathisch ist, geben Sie ihm reichlich zmmerwarmes Wasser zu trinken, um Flüssigkeitsverluste auszugleichen.

Sonne und Hitze- Hitzschlag und Sonnenstich beim Hund

Hitzschlag

Häufigste Ursache für einen Hitzschlag ist der Aufenthalt des Hundes in geschlossenen Fahrzeugen, sowie körperliche Aktivität bei hohen Außentemperaturen. Durch die Wärmeabstrahlung von Sand und Felsen, sowie langes Liegen in der Sonne kann sich der Hundekörper ebenfalls stark erwärmen, insbesondere bei dunklem Fell.

Hunde können im Gegensatz zu uns Menschen nur sehr bedingt über die Pfoten schwitzen und müssen ihre Temperatur über das Hecheln regulieren. Bei hohen Temperaturen und unzureichender Flüssigkeitszufuhr kommen die Vierbeiner jedoch schnell an ihre Grenzen und die Körpertemperatur beginnt zu steigen.

Erkennen des Hitzschlags und Erste Hilfe-Maßnahmen

Symptome sind unter anderem vermehrtes Hecheln mit langgestrecktem Kopf und Hals. Erhöhte Körpertemperatur bis hin zu lebensgefährlichem Fieber (>42,5°C) sowie eine hohe Körperwärme beim Streicheln sind ernstzunehmende Anzeichen. Sie werden zunehmend unruhig, suchen einen kühleren Ort und werden schließlich apathisch. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen erleiden die Hunde einen Schock, welcher zur Unterversorgung der lebenswichtigen Organe führt.

Hilfreiche Gegenmaßnahmen sind ähnlich wie beim Sonnenstich, der sofortige, schonende Transport in den Schatten, das Anbieten von zimmerwarmer Flüssigkeit (nicht gewaltsam einflößen!) und das Kühlen des Körpers mit feuchten Tüchern.

Unbedingt muss ein zu rasches Absenken der Körpertemperatur vermieden werden, da es sonst auf Grund von Überlastung des Herzens zum Kreislaufstillstand kommen kann. Daher niemals den Hund in kaltes Wasser werfen oder mit kaltem Wasser übergießen oder dieses zu trinken geben!

Bei Anzeichen für einen Schock ist umgehend der Tierarzt aufzusuchen, es besteht Lebensgefahr!

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